Alles begann mit dem Atari VCS 2600, ein Freund hatte das Teil. Muss 1982 gewesen sein. Darauf haben wir Pacman und Space Invaders gedaddelt. Mein Onkel (R.I.P. Nobert) hatte kurze Zeit später auch so ein Teil aber mit River Raid. Was für ein cooles Spiel zu der Zeit.
Dann begann in Lübeck das Elektro-Haus Lemensik ein paar Computer auszustellen/zu verkaufen und dort entwickelte sich eine richtige Szene um den Atari 800 nebst Floppy 810. Daneben stand ein Atari 400. Den wollte ich haben, ein 800er war zu der Zeit (als 14jähriger Schüler) unbezahlbar. Man traf sich dort ständig. Von Commodore gab es einen VC20, kein Vergleich zum haushoch überlegenen Atari-Computer. Dann Frühjahr 1983 wurden die Atari XL Geräte vorgestellt in einer Werbebroschüre von Atari selbst. Da hab ich das erste mal den 600XL gesehen und jetzt wollte ich diesen Rechner haben. Der sollte zum Ende des Jahres herauskommen. Vom 1200XL und dessen Problemen hatte ich bis dato nichts gewusst.
Mitte 1983 nach der Hauptschule hab ich eine Lehre begonnen (ich war gerade 15 Jahre alt) und konnte mir am Ende des Jahres den 600XL mit Datasette leisten, war das cool. Ein paar Bücher aus der Bücherei besorgt (es gab sehr wenig Literatur für den Atari zu der Zeit) und mir viel Wissen angeeignet. Dazu etliche Listings aus der Antic & Happy Computer abgetippt. Der 600XL hat ja nur 13kb frei für Basic, also habe ich von einigen Spielen aus den Zeitschriften einfachere 12kb Versionen erstellt, um zumindest ein paar Level spielen zu können. Ich wusste auch vom C64, fand den aber schlecht. Der hatte zwar Sprites, aber nur 16 Farben und konnte in Basic nicht mal Linien zeichnen. Dagegen war der Atari echt einfach zu programmieren.
Mitte des Jahres 1984 kam dann die 64kb Erweiterung dazu und die Listings wurden größer. Ende 1984 habe ich dann eine 1050 Floppy dazu gekauft.
Jetzt begann die große Zeit, Games wurden aus der Szene besorgt. Ich habe zwar auch für ein paar "dezentralisierte" Sicherheitskopien bezahlt, aber die nie selbst vertickt. Zum Daddeln kam ich immer seltener, es wollte programmiert werden, zumal ich zu der Zeit nur einen kleinen SW-Fernseher besaß. 1985 habe ich dann auch angefangen in Assembler zu programmieren, nachdem ich auf der CeBit gezeigt bekommen hatte, das man die PM-Graphics mittels DLI auf verbiegen kann. Der Typ hatte den Code in Assembler einfach in einen String geschrieben, krass. Ende 1985 kam Turbo-Basic XL, boah war das flott gegenüber Basic.
1986 konnte ich dann alles was man brauchte und hab mich auch an einem Spiel in Assembler getraut. Oxygene hieß das, mit allen Tricks die ich bis dato beherrschte. Ich hatte zudem wieder mehr Zeit, habe nämlich die Real-Schule nachgemacht und danach Fach-Abi in Elektro-Technik. Nebenbei habe ich den Amiga kennen gelernt und von dort den ein oder anderen Trick zum Atari übernommen. Siehe Snoopy-Demo. Auf dem Atari ST habe ich beim Freund gesessen und wir haben gemeinsam in GFA-Basic programmiert, bis 1990 war es eine richtig geile Zeit. Nebenbei hab ich an einem Compiler für den Atari geschraubt, weil ich eine Routine bekommen hatte, die Ausdrücke berechnen konnte. Der Compiler war in Turbo-Basic geschrieben, der war so lahm, ich glaube weniger als 1 Zeile pro Sekunde hatte der geschafft. Nach dem Abi 1990 musste ich zum Bund, für 2 Jahre, gab zumindest etwas Kohle. Leider war die Zeit für den Atari danach stark beschränkt. 1991 habe ich günstig einen A1000 bekommen und habe damit die meisten meine Atari-Schätze Richtung PC gesichert. Ich hatte sogar eine 68030 Erweiterung mit 16MHz. Die Hardware dazu hatte ich mit einem Freund vom Atari ST zusammengelötet und die Daten wurden über die Joystick-Ports vom Atari zum Amiga geschoben.
Danach bin ich vom Atari weg zum Amiga gewechselt und habe versucht dort mit der Programmierung weiter zu machen. 1992 hab ich dann ein Studium in Software-Technik begonnen und in C++ programmiert... 1995 habe ich dann einen PC (Pentium 100) gekauft, statt eines A1200 und alles vom Atari/Amiga in Emulatoren laufen gelassen. Der Amiga Emulator UAE war genial, der Atari Emulator noch schlecht. Der XFormer ganz brauchbar. Da ich aber vom Amiga das Multitasking gewohnt war zudem mit der CLI gearbeitet hatte, bin ich auf Linux umgestiegen. Windows nur so nebenbei, auch mal zum Daddeln. Games auf dem PC zu programmieren habe ich nie begonnen. Der Amiga war so gut wie tot, den hab ich dann verkauft (Ich Idiot!)
Irgendwann 2019(?) hab ich mir dann gesagt, guck dir doch den alten Atari-Compiler nochmal an, wie gut wäre der eigentlich. Könnte man den nicht erweitern... Einfach nochmal ein Spiel schreiben. Gibt es den ABBUC noch? Da wieder Mitglied werden.
Den Compiler hab ich dann erweitert, siehe andere Beiträge von mir. Mittlerweile gibt es eine Java-Version davon und ich schreibe meine Spiele damit. Warum? Weil es damit einfach schneller geht. Qualität, siehe Oxygene BE(2020), Pacmen-Evolution(2022) und Night Knight(2023).
Warum aber jetzt Atari? Der Atari lässt sich sehr einfach programmieren, ok man hat nur 64kb RAM oder mit ein paar Tricks 128kb. Und man hat nur 1.79MHz, wovon der DMA sich auch noch 30% gönnt. Aber es macht einfach Spaß für diese über 40 Jahre alte Kiste nochmal etwas zu programmieren, gerade weil es so einfach ist. Ok, mit tatkräftiger Unterstützung aktueller Hardware.
Heutige Rechner sind über 3000x schneller getacktet. Was hat es uns gebracht? Internet, Apfelmännchen in Echtzeit, 16millionen Farben, Sound in 96kHz und Spiele die in 4k Auflösung mit >144 Bildern pro Sekunde dargestellt werden. Videotelefonie und unheimlich viel mehr Wissen... Und ein Videoportal das pro Minute mehr Daten entgegennimmt als man in 400h gucken kann.
BTW: Bin schon am nächsten Atari-Game dran...